Patrizia Pfister
Das Jahrhunderrätsel von Sibirien
Fakten und Hypothesen zum Tunguska-Ereignis

Eines der interessantesten Rätsel der Welt hat seinen Ursprung in Russland und zwar mitten in der Taiga.

Die Tunguska ist ein Gebiet der Taiga in Sibirien. Das Schlafende Land, so lautet der tatarische Name für Sibirien, wurde am 30. Juni 1908 um 07.17 Uhr Ortszeit unsanft geweckt.

Ein Knall, der noch Hunderte von Kilometern entfernt zu hören war, erschütterte die Gegend um den Fluss "Steinige Tunguska". Die durch eine Explosion freigesetzte Kraft, die etwa 2000 Hiroshimabomben entsprach, hatte verheerende Auswirkungen. Auf einer riesigen Fläche, wurden Bäume niedergemäht, zermalmt und in seltsamen Winkeln umgeknickt. Im Epizentrum der Explosion wütete ein gewaltiger Waldbrand. Menschen und Tiere verendeten in einem Augenblick. Noch in 100 km Entfernung wurden Menschen zu Boden gerissen, Fenster zerschlagen und Holzhütten weggeblasen. Der aufsteigende Staub verdunkelte noch monatelang die Sonne. Erdbebenwellen rasten mit einem Tempo von 510 m/s um die Welt. Überall auf der Erde gerieten die Kompassnadeln durcheinander. Pferde strauchelten und fielen in Städten um, die Tausende von Meilen entfernt waren. Viele Morgen Dauerfrostboden verwandelten sich sekundenschnell in Wasserdampf. In jener Nacht wurde es in Europa nicht dunkel.

Eine Zeugenaussage: "Ich saß vor meiner Haustüre und blickte nach Norden, als plötzlich im Nordwesten ein gewaltiger Blitz aufleuchtete. Es entstand so große Hitze, daß ... mein Hemd am Rücken fast versengt wurde. Ich sah eine riesige Feuerkugel, die einen großen Teil des Himmels bedeckte... Danach wurde es dunkel, und gleichzeitig spürte ich eine Explosion, die mich von meinem Hocker schleuderte. Ich verlor das Bewusstsein..." Dies berichtete ein Bauer, welcher in einer Entfernung von 60 km die Explosion an der steinigen Tunguska miterlebte. (aus: "Wie eine zweite Sonne", John Baxter/Thomas Atkins; Econ Verlag, 1977)

Die Folgen dieses Ereignisses sind fast genauso vielfältig wie die Theorien darüber.

Über 100 kontroverse Hypothesen wurden im Laufe der Zeit aufgestellt, von denen jedoch keine alle merkwürdigen Begleitumstände erklären kann, die vor fast 100 Jahren auftraten.

Was passierte im Sommer 1908 in Sibirien? Welches Ereignis stellt die Fachwelt nach mehr als 90 Jahren noch immer vor solche Rätsel?

Gemäß vieler Augenzeugenberichte senkte sich an diesem letzten Tag im Juni ca. 10 Minuten lang ein hell glühendes Objekt vom Himmel herab. Es leuchtete in bläulich-weißem Licht und wurde meist als röhrenförmig beschrieben. Nach dem Niedergang des Körpers bildete sich eine Wolke aus schwarzem Rauch und es erklang ein Dröhnen wie von Kanonenschüssen. Außerdem wurde eine mindestens 20 km hohe Lichtsäule gesehen. Die Hitze, die die Explosion auslöste, war noch in 65 km Entfernung so stark, dass ein Bauer sich das Hemd vom Leib riss, weil er glaubte, dass es brannte. Die Erschütterung war so stark, dass die Seismographen rings um den Globus ungewöhnliche Ausschläge registrierten. Der Explosionsknall war noch in 700 km Entfernung zu hören.

Eine Waldfläche von der Größe Belgiens wurde verwüstet, zum Teil durch Niederwalzen des Waldes, zum Teil durch den Brand. Weder Mensch noch Tier blieben verschont. Wie viele Menschenleben diese Katastrophe letztlich gekostet hat, ist unbekannt, da es im zaristischen Russland noch keine Einwohnermeldeämter gab und sich die nomadisierenden Ewenken dieses Gebietes damals ohnehin nicht hätten zählen lassen.

Zunächst wurde es dunkel, doch dann waren quer durch Europa 3 Nächte so hell, dass man im Freien Zeitung lesen konnte, sogar in London. Das Licht ging dabei von sehr hellen Wolken aus, die in 80 km Höhe am Himmel standen.

Ein anormales Polarlicht, das an diesem Tag von der Südpolarexpedition unter Leitung von Shecleton, beobachtet wurde, könnte ebenfalls mit der Explosion in Zusammenhang stehen.

Außerdem wurde eine magnetische Störung etwa 5 Minuten nach der Explosion in Irkutsk registriert, die über 4 Stunden dauerte. Sie ähnelte den Reaktionen des Magnetfeldes nach großen atomaren Explosionen.

In 700 km Entfernung entkamen die Passagiere der Transsibirischen Eisenbahn nur knapp dem Tod, denn kurz nachdem sie das glühende Objekt gesichtet hatten, brachte ein Erdbeben die Gleiskörper zum Schwanken. Als der Lokomotivführer geistesgegenwärtig gebremst hatte, konnten alle eine pilzförmige Wolke und eine gewaltige Feuersäule beobachten.

Lange Zeit kümmerte sich kein Forscher um das, was 1908 passiert war. Das lag zum Teil am Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 und zum Teil an der folgenden Revolution 1917, die das Zarenregime beendete. Erst 1927, also 19 Jahre nach dem Vorfall, gelangte der Mineraloge Leonid A. Kulik aus Petrograd, den vor allem Meteoriten interessierten, als erster unter erheblichen Schwierigkeiten an den abgelegenen Unglücksort.

Das Bild der Zerstörung, das sich ihm bot war erstaunlich, ja erschreckend. Auch nach 19 Jahren war das ganze Ausmaß der Zerstörung noch ersichtlich. Im Epizentrum, das ist das Gebiet in der Mitte, standen die Bäume noch. Allerdings waren sie völlig verkohlt. In weitem Umkreis waren die Bäume jedoch niedergemäht, von einer unwiderstehlichen Kraft umgelegt und zwar sternförmig nach allen Richtungen ausgehend vom Epizentrum.

Der erste Zerstörungsgürtel um das Epizentrum wurde durch einen Waldbrand verursacht, dessen Temperatur mit einigen Dutzend Millionen Grad veranschlagt wird. Dies war sicher kein gewöhnliches Feuer, ein solches erreicht maximal einige hundert Grad.

Die Bäume des äußeren Gürtels waren ebenfalls niedergemäht worden, doch das Feuer erreichte sie nicht. Kulik trug sein Erstaunen, ja seine Erschütterung über die Kräfte die hier gewirkt hatten in sein Tagebuch ein. Zu seiner Zeit fing die Vegetation bereits wieder an, sich die tote Zone zurückzuerobern. Bis heute ist ihr das allerdings noch immer nicht ganz gelungen. Unter Moos und dichtem Gebüsch sind die liegenden Bäume noch immer auszumachen.

Eines der Charakteristika des Waldumbruchs ist, dass viele Zweige, ja sogar ganze Bäume im rechten Winkel geknickt wurden. Dies ist eines der Indizien dafür, dass die Explosion nicht durch den Aufprall am Boden erfolgte, sondern bereits in der Luft und daher die vernichtende Kraft von oben auf die Landschaft einwirkte.

Diese elementare Erkenntnis warf ein völlig neues Licht auf den Vorfall, da nun eine Erklärung erfolgen musste, weshalb ein kosmisches Geschoss in der Luft explodieren kann.

Die Äste der beschädigten Bäume waren von oben verkohlt. Die Experten sind sich inzwischen darüber einig, dass die Art wie die Bäume niedergelegt wurden aus der Überlagerung der Luftexplosion in einer Höhe von 8,5 km mit einer ballistischen Welle besteht.

Es waren also zwei verschiedene Druckwellen, die das Waldgebiet niederlegten. Die eine wurde durch die Explosion verursacht, die auch den Wald im ersten Zerstörungsgürtel verbrannte, und die andere Welle durch die verdrängte Luft des anfliegenden Körpers.

Die Auswirkungen dieser seltsamen Konstellation waren verheerend. Welche Kräfte hier gewütet haben müssen kann man sich kaum vorstellen.

Kulik startete mehrere Expeditionen in die Tunguska, doch den Einschlagkrater "seines" Meteoriten, sowie den Meteor hat er nie gefunden. Es gibt allerdings Gerüchte, wonach ein sibirischer Jäger in 150 km Entfernung vom Explosionsort, sowohl das eine als auch das andere gefunden haben soll. Amtlich bestätigt wurde diese Meldung jedoch nicht.

Der Krater in Arizona ist einer der bekanntesten Einschlagstellen von kosmischen Körpern auf der Erde. Er hat einen Durchmesser von 1,5 km und eine Tiefe von 100 m. Der Absturz eines Meteors oder Asteroiden mit solchen Auswirkungen, hätte einen Krater von mindestens der Hälfte dieser Ausmaße hinterlassen müssen. Doch den gibt es nicht.

Die zahlreichen Theorien hinsichtlich der Tunguska-Katastrophe stützen sich auf verschiedene Effekte des Ereignisses. Bisher ist es jedoch noch niemandem gelungen, alle Aspekte in einer einzigen Theorie zu vereinen. Durch indirekte Methoden konnte man zum Beispiel darauf schließen, dass die Explosion auch eine Störung der Ozonschicht verursachte.

Die Tunguska-Explosion hatte auch Spätfolgen für die Ökologie, denn es tauchten Genstörungen bei verschiedenen Organismen auf, die erst jetzt, viele Jahrzehnte später feststellbar sind.

Es sind keine großen Mutationen. Es handelt sich um eine Erscheinung, die Mikromutationsprozesse, d.h. Vermehrung der Genvielfalt der ortgebundenen Populationen, genannt wird. Das bedeutet, dass es von einer bestimmten Art nun nicht mehr beispielsweise 5 verschiedene Formen gibt, sondern 60, also deutlich mehr als in Kontrollgebieten.

Bei Pflanzen steht dieser Prozeß fest. Die Untersuchung der Veränderung in der Tierwelt ist Ziel der deutsch-russischen Expedition, die im Sommer 2000 stattfindet. Die Geschwindigkeit dieser Genveränderungen scheinen gegenüber Kontrollwerten um das 12fache beschleunigt zu sein.

Diese Veränderungen fallen jedoch nicht mit dem Gebiet des Waldbrandes oder dem des Epizentrums zusammen und scheint daher ein selbstständiger Folgeeffekt der Explosion darzustellen. Er erreicht jedoch sein Maximum im Epizentrum der Katastrophe. Dabei verstärkt er sich zur Zone der Flugbahnprojektion und bildet einen sogenannten "Genkorridor". Auch die beschleunigte Wiederherstellung der Natur ist eine ökologische Folge der Explosion. Und auch hier verstärkt sich der Effekt sowohl zur Flugbahn als auch zum Epizentrum. Nach neuesten russischen Forschungen ist auch nicht ausgeschlossen, dass einige Genprozesse bei den Ureinwohnern beeinflusst wurden.

Viele Mitglieder der Akademie der Wissenschaften der ehemaligen UdSSR, die sich mit dem Jahrhunderträtsel beschäftigen, sind Befürworter der Meteoriten- bzw. Kometentheorie. Im Laufe der Jahre schwankten die Meinungen zwischen diesen beiden hin und her, ohne dass sich eine Fraktion durchsetzen konnte. Was sonst sollte gleich einem Feuerball, durch unsere Atmosphäre rasen und solche Verwüstungen verursachen?

Der Enck´sche Komet, der zur fraglichen Zeit in Erdnähe vorüberzog, wird als Verursacher in Betracht gezogen. Es soll sich ein Brocken abgesplittet haben, der dann in die Tunguska einschlug.

Verschiedene Berechnungen haben gezeigt, dass das Objekt ein unserem Planeten entgegenkommendes gewesen sein muss. Dies ist typisch für Kometen. Meteoriten entstehen durch Aufsplitterung der Asteroiden. Sie holen die Erde auf ihrer Bahn ein (im Gegensatz zu den Kometen) um dann meist in ihrer Atmosphäre zu verglühen. Ein Komet hätte jedoch kaum die gewaltige Energiemenge produzieren können, die 1908 freigesetzt wurde. Der Komet hätte schon eine sehr außergewöhnliche Struktur aufweisen müssen, doch kennen wir sicher bisher nur einen Bruchteil aller kosmischen Körper.

Man fand in Bodenproben winzige Magnetit- und Silikatkügelchen, die entstanden sein könnten, als der Meteor verdampfte. Alle Meteore, die schwerer als 100 t sind, scheinen dieses Schicksal zu erleiden, wenn sie mit der Erde zusammenstoßen. Das verdampfte Gestein sinkt zu Boden und ist somit in der Umgebung nachzuweisen.

Die Magnetit- und Silikatkügelchen werden als Indiz für eine Nuklearexplosion herangezogen, die in der Tunguska 1908 stattgefunden haben könnte. Ähnliche Verglasungen fand man auch nach den Atombombentests in Alamogordo. Nach dem Bombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki stieß man ebenfalls darauf.

Auch die etwas erhöhte Radioaktivität, die man dort feststellte, spricht für eine Nuklearexplosion.

Die Kügelchen im Nordwesten zeigen vielleicht die Flugrichtung des rätselhaften Körpers an. Stellen Sie sich vor, Sie springen in einen Sandkasten, der verdrängte Sand weicht nach links und rechts aber auch nach vorne in Ihre Sprungrichtung aus.

Wenn hier tatsächlich ein Meteor verdampft wäre, hätte man außer den Silikaten und Magnetiten auch noch andere Meteorbestandteile finden müssen z. B. Eisen und das ist nicht der Fall. Das heißt es wurde nicht mehr Meteorstaub gefunden als an jeder beliebigen Stelle auf der Erde, denn die Verbrennung von Meteoren und Meteoriten in der Atmosphäre erfolgt ständig und überall.

Im Harz der später untersuchten Bäume fand man ungewöhnliche Luftaerosole. Die Zusammensetzung dieser Teilchen ist für kosmische Stoffe sehr ungewöhnlich und völlig untypisch, denn sie ist durch einen hohen Gehalt an Kupfer, Zink, Gold und anderen Metallen gekennzeichnet. Der Gehalt der aufgefundenen Teilchen gleicht dem Vulkanstaub zweier Vulkane die 1907 und 1912, also in zeitlicher Nähe, ausbrachen.

Ein Kuriosum am Rande: Aus dem beschleunigten Wachstum der Vegetation im Katastrophengebiet zogen die raffinierten russischen Wissenschaftler den Schluss, dass sich eine Komponente im Boden befinden müsse, die als Wachstumsbeschleuniger wirkte. Also entwickelte man einen Dünger mit der Abkürzung UCAMF, indem Boden aus dem Katastrophengebiet verarbeitet wurde. Ein Werbeprospekt der Vertreiberfirma verspricht eine 70-150% Ertragssteigerung.

Noch einige andere Aspekte machen eine Nuklearexplosion, gleichgültig ob künstlichen oder natürlichen Ursprungs, wahrscheinlich. Hierzu gehört das beschleunigte Wachstum von Pflanzen und Tieren. Manche Bäume hatten den 4-fachen Umfang, als sie nach ihrem Alter hätten haben dürfen und viele junge Bäume hatten die Größe von alten Bäumen. Die veränderten Umgebungsbedingungen (mehr Licht z.B.) haben sicher ihren Anteil daran, doch das erklärt nicht, warum Bäume, die außerhalb des verwüsteten Gebietes stehen, ebenfalls stärkere Wachstumsringe besitzen.

Nicht nur bei den Bäumen konnte man außergewöhnlichen Wuchs feststellen.

Normale Grassorten werden im Unglücksgebiet bis zu 2,5 m hoch und 25 cm große Libellen, die dort gesichtet worden sein sollen, kann man wohl kaum damit erklären, dass sie nun mehr Licht erhalten. Allerdings hat man bisher kein Exemplar eingefangen.

Andererseits wurden in der "Zone Null" zwei 104 Jahre alte Lärchen gefunden, die völlig gesund waren und keinerlei Brandspuren aufwiesen. Hätte es sich damals um eine Nuklearexplosion gehandelt, wie hätten sie das überstehen können? Vielleicht so, wie einzelne Gebäude in Hiroshima?

Die Ewenken (früher Tungusen) die die Taiga bewohnen, haben eine eigene Ansicht über das, was damals geschehen ist.

Für den Donner haben die Tungusen nur einen Ausdruck Agdy, mit dem sie auch die Donnervögel, welche zur Erde herabkommen, bezeichnen. Die Agdy-Vögel sollen so groß wie ein Birkhahn und aus Eisen sein und ihre Augen sind feurig. Bedingt durch Stammesfehden soll nun ein Schamane die Agdy gerufen haben, um die verhassten Feinde zu vernichten. Am 30. Juni 1908 soll nun eine unabsehbare Menge von Agdy die Lagergründe eines Ewenkenstammes angeflogen haben. Die Zelte flogen in die Höhe, 250 Rentiere verschwanden, Hunde und Rentiere kamen um. Vorratsgerüste wurde vernichtet. Überall herrschte ein ungeheurer Donner, von dem die Erde Risse bekam. Der Schamane dem diese Tat zugeschrieben wird, Magankan genannt und soll auch andere Wunderdinge beherrscht haben, wie z.B. Kugeln aus Gewehren mit dem Körper aufzufangen um sie anschließend den Anwesenden zu zeigen. Wenn man ihm ein Messer in den Körper stieß, war keine Wunde und kein Blut zu sehen. Das klingt ein wenig nach den Jogitechniken der indischen Gurus.

Jetzt glauben viele Tungusen, dass an der Stelle jener Katastrophe nur die Agdy leben können. Wagt sich jemand in dieses Gebiet, so wird er mit unsichtbaren Feuer bestraft, welches tödliches Siechtum hervorruft. Die Geschichten über diese Krankheit, die an die Strahlenkrankheit der unglücklichen Japaner von 1945 erinnert, halten sich hartnäckig. Nachträgliche Untersuchungen scheinen eher auf eine Blatternepedemie hinzudeuten. Allerdings ist nach so langer Zeit keine Beweisführung mehr möglich.

Wenn zufällig die richtigen Zutaten in der richtige Menge in Kontakt kommen, könnte es sich damals durchaus um eine natürliche Nuklearreaktion gehandelt haben. In Afrika hat man einen natürlichen Reaktor gefunden, in dem 40.000 Jahre lang atomare Reaktionen abliefen. Diese Idee kann aber kaum den glühenden Körper erklären, der gesichtet wurde, es sein denn, er war sozusagen der Stein des Anstoßes und enthielt die letzten noch fehlenden Bestandteile, z.B. Uran, um die Explosion zu verursachen, aber wie sollte das in 8,5 km Höhe geschehen?

Wenn wir uns die grafische Darstellung seismischer Wellen unterschiedlicher Quellen ansehen und sie mit den Aufzeichnungen des Tunguska-Ereignisses vergleichen, dann hat diese deutliche Ähnlichkeiten mit einer Kernexplosion, mehr jedenfalls als mit einer chemischen Explosion, doch scheint hier noch ein weiterer Faktor eine Rolle zu spielen, denn die Kurven sind nicht völlig identisch.

Vielleicht liegt es daran, dass die Explosion in ca. 5-10 km Höhe erfolgt sein muss. Es gibt, wie schon erwähnt, zahlreiche Hypothesen, von denen ich nur einige aufführen möchte.

Die Energieentladung bereitet den Wissenschaftlern die größten Kopfzerbrechen. Wie kann ein natürlicher kosmischer Körper diese entfalten? Durch Antimaterie möglicherweise? sich Materie und Anti-Materie begegnen, vernichten sie sich gegenseitig unter Freisetzung von Energie. Eine kontrollierte Version dieses Vorganges treibt die StarTrek-Schiffe - zumindest im Film - an.

Ein großes Manko dieser zugegebenermaßen reizvollen Idee ist, dass die Explosion dann schon viel früher hätte stattfinden müssen. Die Gasmoleküle unserer Atmosphäre bestehen schließlich auch aus Materie. Der kosmische Körper hätte also gar nicht so tief sinken können. Abgesehen davon ist unser Sonnensystem voll von winzigen Partikeln, die die Annihilationsexplosion schon sehr viel früher ausgelöst hätte. Es sei denn die Antimaterie hätte den Raum gar nicht durchquert, sondern wäre sozusagen aus dem Nichts am Explosionsort aufgetaucht.

Der Russe Andrej Olchowatow vertritt die These, dass der Tunguska-Vorfall mit den sogenannten Kanonen von Barisal vergleichbar ist. Die Stadt im Delta des Ganges ist dafür berühmt, dass dort donnernde Geräusche vom Meer herüberwehen, die einen seismischen Ursprung haben könnten. Tektonische Aktivitäten gehen oft mit akustischen und optischen Phänomenen einher. In Wales registrierte man gleichzeitig mit Erdstößen donnernde Geräusche, die von feuerballähnlichen Leuchtphänomenen begleitet wurden. Auch dies wurde nie geklärt.

Interessanterweise stimmt das Epizentrum des Katastrophengebietes der Tunguska fast ideal mit dem Krater eines alten Paläovulkan überein, der vor 250 Mio Jahren von Zeit zu Zeit ausbrach und Staub verteilte. Diese Zusammenhänge dürften der Theorie von Andrey Olchowatow Auftrieb geben.

Vielleicht war es ja auch ein winziges schwarzes Loch? Ein sogenanntes Black Hole entsteht, wenn ein Stern, also eine Sonne, kollabiert, das heißt seine Gashülle absprengt, zur Nova wird und dann in sich zusammenfällt. Dieser Stern wird dann sehr dicht und damit sehr schwer. Der Raum wird dadurch so stark gekrümmt, dass weder Materie noch Photonen (also Lichtteilchen) entkommen können, sind sie erst einmal in den Ereignishoriziont eingetreten. Was würde geschehen, wenn so ein Black Hole durch die Erde hindurchginge? Außer den katastrophalen Auswirkungen am Eintrittspunkt (Tunguska?) müsste auch am Austrittspunkt (der Nordatlantik?) ähnliches passiert sein. Ganz zu schweigen von den Reaktionen im Erdinneren. Bisher hat man keinen möglichen Austrittspunkt gefunden. Vermutlich ist es ohnehin wahrscheinlicher, dass ein schwarzes Loch, gleichgültig welcher Größe, die Erde vernichtet hätte.

Katastrophen hat es auf der Erde schon viele gegeben, sogar in geschichtlicher Zeit. Als 1887 der Krakatau ausbrach, konnte man ein Jahr lang besonders farbenprächtige Sonnenuntergänge genießen. Diesem Rätsel kam man schnell auf die Spur, die ungeheuren Staubmengen, die der Vulkan in die Atmosphäre geschleudert hatte, waren hierfür die Ursache. Vielleicht haben ja die zwei russischen Wissenschaftler recht, die glauben beweisen zu können, dass Außerirdische die Radiowellen, die durch den Ausbruch des Krakatau entstanden, für eine Nachricht von uns hielten und eine Antwort sandten. Diese Antwort soll aus einem hochgebündelten Laserstrahl bestanden haben, dessen Energieentladung bei der Ankunft allerdings zu hoch war, so dass sie zu der Explosion in der Tunguska führte. Die endgültige Antwort ist auch diese Theorie nicht, da sie keine Erklärung für die außergewöhnlichen seismischen Wellen liefert, die die Erde umrundeten. Ein Laserstrahl hat wohl kaum die Konsistenz Erdbeben auszulösen. Er besteht nur aus Photonen, also Lichtteilchen.

Auch die dreitägigen Lichtphänomene über Russland, Europa, Nordafrika und Japan im Sommer 1908, können durch sie nicht erklärt werden. Meteor- oder Kometen-Staub kann auch nicht die Ursache gewesen sein, da dieser sich nicht innerhalb von drei Tagen hätte absenken können, wie der Ausbruch des Krakatau gezeigt hat. Jedoch wurden bei Höhen-Atombombentests sogenannte künstliche Polarlichter beobachtet, die ähnliche Farbenspiele aufwiesen, wie die vor 92 Jahren.

Ein Polarlicht weist allerdings keine scharfen Kanten auf, wie die Lichtspiele damals.

Die Vertreter der Nuklearhyphothese können sich auch nicht erklären, warum das Leuchtphänomen nicht direkt am Explosionsort begann. Übrigens konnte in den Jahresringen der Tunguska-Bäume in der Nähe des Explosionsgebiets eine höhere Radioaktivität festgestellt werden. 1945 wurde offiziell die erste Atombombe gezündet. In amerikanischen Bäumen fanden sich auch nur Spuren dieses Ereignisses.

Und doch scheint es noch eine weitere Atombombenzündung gegeben zu haben, die nicht in den Geschichtsbüchern vermerkt wurde. Auf der Suche nach einem geeigneten Testgelände für die erste chinesische A-Bombe, fanden die Chinesen in der Wüste Gobi eine seltsam veränderte Landschaft vor, wie sie typisch für solche Versuchsgelände sind, wie wir heute wissen. Nachforschungen ergaben erstaunliches. Der Gelehrte Pou Chao-fi führte anhand von uralten Aufzeichnungen in seiner Pagode Versuche durch, die am 8. Juli 1910 tödlich für ihn endeten. An diesem Tag erfolgte im Bereich der Pagode eine gewaltige Explosion, die noch in 600 km Entfernung zu hören war. Das war knapp zwei Jahre nach dem Tunguska-Vorfall. Haben die beiden Ereignisse miteinander zu tun? Es erscheint unwahrscheinlich, denn hätte Pou Chao-fi Tunguska als Testgelände benutzt, so wäre ihm das Unglück 1910 wohl kaum passiert, da er ja dann gewusst hätte, was er da entfacht. Es zeigt jedoch, dass es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zumindest einen Menschen gab, der die Urgewalten des Atoms entfesseln konnte. Die zeitliche Nähe beider Ereignisse stimmt nachdenklich.

In der Wüste Gobi soll es noch mehr von diesen verglasten Stellen geben, die weitaus älter sind. Vielleicht so alt, wie die alten Quellen, die Pou Chao-fi konsultierte um das für ihn tödliche Experiment durchzuführen? Und auch in Babylon stieß man bei Ausgrabungen auf eine Schicht erstarrter Glasschmelze, wie sie auch nach dem Atombombenversuch in Alamogordo gefunden worden war. Im Libanon fand man Tektite, das sind glasartige, radioaktive rundliche Gebilde, die in einer Theorie mit dem Untergang von Sodom und Gomorrah in Verbindung gebracht werden. Und von den indischen Waffen, die im Mahabharata beschrieben werden und deren Wirkung Atomwaffen ähnelt, haben die meisten von Ihnen vermutlich schon gehört.

Welcher Natur war das Objekt, das da 1908 vom Himmel geholt wurde? War es ein Komet? Ein Komet ist im Grunde ein großer schmutziger Schneeball, von ihm würden wohl kaum Reste, geschweige denn ein Krater übrigbleiben, wenn er mit der Erde kollidierte.

Wie passen die Dzopa in all diese Theorien?

Die Dzopa sind ein kleinwüchsiges Volk, das im chinesischen Gebirge Baya Kara Ula beheimatet ist. Es behauptet von sich Nachfahren einer außerirdischen Rasse zu sein, die auf der Erde Schiffbruch erlitt. Außerdem sagen sie, dass 1908 ein Schiff ihrer Rasse sie abholen und mit in die Heimat nehmen sollte, leider verunglückte auch dieses Transportmittel und zwar über der Tunguska und die bereits brennenden Freudenfeuer mussten wieder gelöscht werden.

Die Dzopa bringen uns auf eine weitere Theorie, die sich innerhalb der UFO-Gemeinde großer Beliebtheit erfreut.

Auf Grund der vielen Indizien ist die Möglichkeit, dass es sich um einen künstlichen Flugkörper handelte nicht völlig von der Hand zu weisen. Laut den Zeugenaussagen soll es mehrere Explosionen gegeben haben, was bei einem künstlichen Körper durchaus wahrscheinlich wäre.

Jedenfalls muss es sich um ein ganz besonderes Geschoß gehandelt haben, denn zusätzlich zur kinetischen, also Bewegungsenergie, muss eine Art "innere Energie" vorhanden gewesen sein. Vertreter der Raumschiff-Hypothese denken, dass die ummantelte Energiequelle des Fahrzeuges diese zusätzliche Energie lieferte.

Die Geschwindigkeit des Körpers wird von Wissenschaftlern sehr unterschiedlich angegeben. Er könnte sehr langsam mit ca. 5 m/s eingeflogen sein, was allem widerspricht, was wir über natürliche kosmische Körper wissen oder relativ schnell, nämlich mit 40 m/s. Beides wäre für ein Raumschiff möglich.

Der seltsame Fund zweier Tungusen scheint die Raumschiff-Theorie zu untermauern. Die beiden Männer entdeckten 1976 ein Artefakt unterhalb der Flugbahn des Objektes im Bereich des Flusses Waschka. Es handelte sich um ein metallisches Gebilde, das bei der Bergung Funken sprühte, als es gegen eine Felsen schlug. Die beiden Männer schickten es nach Moskau, da sie sich absolut nicht vorstellen konnte, was sie da gefunden hatten. Es wurde in drei Teile zersägt und von verschiedenen Instituten gründlich untersucht.

Dabei stellte sich zur Überraschung der Wissenschaftler heraus, dass die Legierungen aus denen die Metallteile zusammengesetzt waren zu 67% aus Cerium, zu 10% aus Lanthan (das auf unserem Planeten nur in gebundener Form existiert) sowie aus 8% Neodymium, 0,4% hochreinem Eisen ohne Oxydationsspuren und 14,6% anderer sehr seltener Metalle bestand.

Die Feldlinienstärken des Fundstückes unterschieden sich bis zum fünfzehnfachen. Dieses Ding schien unserer geläufigen irdischen Technologie fremd zu sein. Seltsamerweise hat man nichts mehr von diesem Gegenstand gehört, der doch sensationelle Neuigkeiten barg.

Wenn es ein Raumschiff war, was suchte es dann in dieser abgelegenen Gegend? Vielleicht Frischwasser? Eine der drei möglichen Flugbahnen berührt den Baikalsee, der ein fünftel der gesamten Süßwassermenge der Erde enthält. Der sichelförmige See ist der größte und älteste Süßwassersee überhaupt und über 600 km lang. Außerdem ist der artenreichste und mit über 1.700 m der tiefste See der Erde. Obwohl die Entfernung zum nächsten Ozean über 1.500 km beträgt leben dort zehntausende von Robben. Einer der kuriosesten Fische, der Golominka, lebt nur im Baikal. Das Klima dort ist sehr rau.

Um den See und seine Inseln ranken sich zahlreiche Legenden. Sogar Atlantis wurde hier schon vermutet. Auf einer Insel im "Heiligen Meer" wie der Baikalsee auch genannt wird, lebte einst ein aufgeklärtes Volk, das als erstes die Wissenschaft erfunden haben soll. Tatsächlich deuten neueste Untersuchungen daraufhin, dass dieses Gebiet von den Burjaten ununterbrochen seit dem obersten Paläolithikum besiedelt war. Die Burjaten bilden eine eigene Sprachfamilie und stellen den Typus des sibirischen Ureinwohners dar.

Auch in der Neuzeit kann man UFO-Beobachtungen vermehrt über Gewässern und geschichtlich interessanten Orten feststellen.

Ein wichtiges Argument, das für die Raumschiff-Hypothese angeführt wird, ist, dass das Objekt den Kurs geändert haben soll.

Das Verwirrende ist, dass manche der Zeugenberichte so weit auseinanderliegen, dass sie unmöglich das gleiche Objekt gesehen haben können, es sei denn, es hätte seinen Kurs geändert und das gleich zweimal, weil es wieder auf den ursprünglichen Kurs zurückkehrte. Das wiederum spricht jedoch gegen einen natürlichen Körper. Also möglicherweise doch ein intelligent gesteuerter Flugkörper? Es gibt jedoch keine Zeugenaussage entlang der Strecke, die der Körper hätte nehmen müssen, wenn er tatsächlich den Kurs gewechselt hätte.

Die Flugbahn des Objektes weist eine weitere Merkwürdigkeit auf, denn sie verlief anfangs relativ flach etwa 10-15 Grad und ging dann in eine wesentlich steilere Bahn über, nämlich ca. 40 Grad.

Bei dieser Raumfähre, die die meisten von Ihnen kennen werden, würde unterhalb des Antriebes vermutlich Radioaktivität austreten, was den sogenannten Genkorridor erklären würde, in dem auch dreinadelige Kiefern gefunden wurden, die es nur dort gibt.

Die meisten Aspekte des Jahrhunderträtsels passen auf die Raumschiff-Hypothese, auch wenn viele Mitglieder der sowjetischen Akademie der Wissenschaftler und viele Ausländer diese heftig attackieren.

Das ist ja auch verständlich, wenn man bedenkt, was für Auswirkungen es hätte, würde man anerkennen, dass 1908 ein außerirdisches Raumschiff in der Erdatmosphäre explodierte. Der russische Geophysiker A.W. Solotow war ein Vertreter dieser These, bis er 1995 auf der Straße überfallen und umgebracht wurde. Er führte ein einfaches Experiment im Gelände des Unglücks durch. Er plazierte mehrere gleichlaufende Uhren an verschiedenen Stellen innerhalb und außerhalb des Epizentrums der "Zone Null". Die Uhren im Epizentrum hinkten der "Normalzeit" pro Tag um zwei Sekunden hinterher. In 1500 m Entfernung waren es immerhin noch eineinhalb Sekunden. Ähnliches wird einigen UFO-Landeplätzen nachgesagt. Zufall?

Nehmen wir einmal an, dass 1908 tatsächlich ein Raumschiff in der Luft explodierte, wie ist dann jedoch der angeblich gefundene Krater eines Meteoriten innerhalb einer zweiten Verwüstungszone zu erklären, der in nur 150 km Entfernung entdeckt worden sein soll? Diese Meldung führte zu der Annahme, dass der Körper wie ein Tennisball aufschlug, abprallte und 150 km entfernt endgültig abstürzte. Sowohl dieser angebliche Meteorit, wie auch die registrierten seismischen Wellen passen nicht zur Nukleartheorie, denn wie hätte ein kosmischer Körper, der in 5 km Höhe explodiert, derart heftige seismische Wellen auslösen können? Dies ist nur durch den Einschlag eines festen Körpers möglich. Andererseits hätte ein normaler kosmischer Körper kaum die nuklearen Erscheinungen hervorrufen können. Wie passt das zusammen?

Was passierte nun tatsächlich in Sibirien? Die endgültige Antwort findet sich möglicherweise in der Kombination mehrerer Hypothesen.

Wenn man sich die Karte ansieht, die von den russischen Wissenschaftlern anhand der Augenzeugenberichte erstellt wurde, ergibt sich eine südliche und eine östliche Flugbahn des Körpers. Beides liegt erstaunlich weit auseinander, weshalb auch die Idee der Flugbahnänderung aufkam. Es gibt jedoch noch eine weitere Erklärungsmöglichkeit, die mir bei der Betrachtung dieses Bildes einfiel. Wäre es nicht möglich, dass zwei verschiedene Körper fast im rechten Winkel aufeinander zusteuerten und über der Tunguska zusammentrafen? Das erscheint auf den ersten Blick weit hergeholt und unwahrscheinlich, würde aber sehr vieles erklären.

Der eine Körper explodierte in einer atomaren Reaktion und hinterließ das bekannte verwüstete Gebiet mit all seinen Merkwürdigkeiten und Nebeneffekten (Anregung des geomagnetischen Feldes, Leuchtphänomene usw.) und der andere zerbrach in mehrere Teile - Prof. Dr. Polzer sprach von 5 -, welche niederstürzten und die Erdbebenwellen verursachten, die weltweit registriert wurden.

Stießen ein Meteor und ein außerirdisches oder auch ein irdisches Fahrzeug über der Tunguska zusammen?

Die Zeitung Krasnovarets vom 13. Juli 1908 berichtet folgendes:

"... Augenzeugen berichten, dass vor den ersten Schlägen ein himmlischer Körper von feurigem Aussehen den Himmel durchschnitt. Weder seine Größe noch seine Form konnten, wegen der Geschwindigkeit und seines unerwarteten Auftauchens festgestellt werden. Doch sahen viele Leute in verschiedenen Dörfern mit Bestimmtheit, dass als das fliegende Objekt den Boden berührte, eine riesige Flamme hochschoss und den Himmel in zwei Teile schnitt. Schläge wurden gehört, sobald die Flammenzunge verschwand."

Obwohl inzwischen als sicher gilt, dass die Explosion in der Luft erfolgte, was anhand vielfältiger Indizien korrekt erscheint, widersprechen die Zeugenaussagen dem, denn das Objekt berührte den Boden, erst danach werden die Flammen und die Schläge erwähnt.

Versuchte ein havariertes Fahrzeug zu landen, prallte auf den Boden auf, verursachte dabei die seismischen Wellen, wurde jedoch wieder hochgeschleudert und explodierte dann in der Luft?

Es gibt noch mehr Möglichkeiten, wenn man von zwei Objekten ausgeht.

Das Objekt mit atomaren Antrieb kam aus östlicher Richtung, denn auf dieser Flugbahn existieren mutierte drei-nadelige Kiefern, die anzeigen, dass Strahlen aus dem Objekt austraten. Bei der Konstruktion des Mr. Blumrich, die nach Aussagen des Propheten Hesekiel erstellt wurde, wäre so ein atomarer Ausstoß nach unten während des Fluges z.B. möglich. Aber es muss kein bemanntes Flugobjekt gewesen sein.

Verlängert man die östliche Flugbahn dieses Körpers in die Richtung, aus der er gekommen sein soll, so stößt man auf die japanische Teufelssee. Dies ist ein Gebiet, das seinen schlechten Ruf durchaus verdient, verschwanden hier doch schon zahlreiche Schiffe. Außerdem wird diese Region durch Sichtungen von UFO´s und USO´s also unterseeische Objekte unsicher gemacht.

Führt man nun die südliche Variante der Flugbahn des Körpers weiter, der laut den Aussagen grell weiß-bläulich und von röhrenartiger Form war, stößt man auf die Stadt Nordwik. Hätte der kosmische Körper diese Stadt mit all ihren Einwohnern zerstört, wenn er nicht vorher abgefangen worden wäre? Erkannte "jemand" die Gefahr und sandte eine atomar betriebene Rakete, um sie abzuwenden?

Berechnungen des Israeli Ari Ben-Menahem beweisen:

"Es wurde von der Annahme ausgegangen, dass der Ursprung der Wellen aus einer Überlagerung der Luftexplosion in einer Höhe von 8,5 km und einer ballistischen Welle besteht....

Ein derartiges Modell wurde von sowjetischen Astronomen bereits vor einigen Jahren vorgeschlagen - und zwar auf der Basis der Anordnung der gefällten Stämme in der Ursprungsregion. Unsere Analyse enthält jedoch die erste Messung des fernseismischen Feldes. Die konsequente Übereinstimmung der Nah- und Fernfeldphänomene weist in Richtung der Schlussfolgerung, dass das sibirische UFO die Effekte einer extraterrestrischen Nuklearrakete einer Sprengkraft von 12,5 Megatonnen aufwies."

Der Israeli spricht vom UFO im Sinne von unbekanntem fliegenden Objekt, das nicht unbedingt außerirdischen Ursprungs gewesen sein muss und er spricht von den Effekten einer Nuklearrakete und drückt sich damit sehr vorsichtig aus. Aber vielleicht war es genauso: ein kosmischer Körper wurde mit einer Nuklearrakete abgeschossen bevor er großen Schaden an Menschenleben anrichten konnte. Das würde allerdings voraussetzen, dass es 1908 bereits eine Macht auf Erden gab, die über Cruise Missiles verfügten. Wir waren das laut der offiziellen Geschichtsschreibung jedenfalls nicht.

Denkbar wäre auch, dass ein fremdes außerirdisches Raumschiff abgeschossen wurde. Doch wer sollte 1908 über diese technischen Möglichkeiten verfügt haben? Gibt es eine zweite Rasse von hochentwickelten Wesen auf der Erde, die im Verborgenen lebt? In mythischen Reichen wie Agartha z.B.?

Oder fiel die Atomrakete, die in den 70er Jahren spurlos verschwand durch ein Zeitloch und explodierte 1908? Was aber ist dann mit der seismischen Welle? Traf diese Rakete womöglich zufällig auf einen Meteoriten, dessen Einzelteile auf dem Boden aufprallten?

Wenn es wirklich ein außerirdisches Raumschiff war, das vor so langer Zeit auf der Erde verunglückte, von wo mag es gekommen sein? In unmittelbarer Erdnähe soll es Objekte geben, deren Herkunft nicht bekannt sind. Als die ersten Satelliten der Amerikaner und Russen in den Orbit geschossen wurden, stellte man fest, dass es einen Körper zu viel dort oben gab. Keine der Nationen gab je zu, dass er ihnen gehörte.

Laut Aussagen russischer Wissenschaftler existieren sogar Bruchstücke eines Objektes im Raum um unseren Planeten, das ein Jahr vor Juri Gagarins historischer Erdumrundung explodierte.

Wurden hier Beweise gesprengt, ehe wir sie unter die Lupe nehmen konnten?

Rätselhafte Objekte gibt es in unserem Solarsystem noch einige. Da wäre z.B. 2060 Chiron (nicht zu verwechseln mit dem Plutomond Charon). Dieser rätselhafte Himmelskörper hat einen chaotischen Orbit, der ihn zwischen Uranus und Saturn führt. Bis heute können die Astronomen Chiron keiner bekannten Gruppe von Himmelskörpern zuordnen. Er soll seinen Orbit erst 1664 eingenommen haben. Inzwischen entwickelte er sogar ein kometenhaften Schweif, was zu seinem sonstigen Verhalten wiederum nicht passt.

Außerdem soll sich in den Ringen des Saturn ein Objekt befinden, das sporadisch auftaucht bzw. sichtbar wird und dann wieder verschwindet.

Es steht jedenfalls fest, dass wir noch längst nicht alles über uns und den Kosmos wissen.

Wie auch immer die Wahrheit aussehen mag: Das Tunguska-Ereignis hat die einen zu wissenschaftlichen Arbeiten angeregt, die anderen zu Science Fiction-Stories. Das eine ist so wertvoll wie das andere, denn beides erweitert unseren Horizont, wie das Rätsel oder deren Lösung oft tun. Geheimnisse fordern den Menschen heraus und Herausforderungen brauchen wir, immer wieder. Es gibt noch so viele Fragen, auf die wir noch keine Antwort gefunden haben, doch unser unermüdlicher Wissensdrang wird uns befähigen in Zukunft viele Rätsel zu lösen, falls wir die momentan kritische Phase unserer Entwicklung heil überstehen.


© Patrizia Pfister, 2000